Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne übergibt Förderbescheid über 3,05 Millionen Euro für den Glasfaserausbau auf Spiekeroog
Wittmund. Zur Förderung des Glasfaserausbaus hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne am gestrigen Donnerstag, 12. März 2026 einen Förderbescheid an Landrat Holger Heymann sowie an den Bürgermeister von Spiekeroog, Patrick Kösters, übergeben. Mit den Mitteln in Höhe von 3.050.000 Euro wird der Ausbau einer gigabitfähigen Infrastruktur auf der Insel Spiekeroog vorangetrieben und bislang unterversorgte Adressen auf der Insel an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Davon profitieren private Haushalte ebenso wie Unternehmen, Bildungseinrichtungen und kommunale Liegenschaften.
„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und gute Lebensbedingungen – gerade auch in ländlichen und touristisch geprägten Regionen. Mit dem Glasfaserausbau auf Spiekeroog schließen wir bestehende Versorgungslücken und stärken den Standort nachhaltig“, sagte Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne.
Landrat Holger Heymann, Landkreis Wittmund: „Gute Lebensbedingungen und wirtschaftliche Chancen müssen überall erreichbar sein – auch auf unseren Inseln. Mit dem Glasfaserausbau investieren wir nicht nur in Leitungen, sondern in die Zukunftsfähigkeit der Insel als attraktiven Lebens- und Urlaubsort. Dabei begrüßen wir besonders, dass das Land Niedersachsen die speziellen technischen und finanziellen Herausforderungen einer Seekabelverlegung anerkennt und mit einer erhöhten Förderquote unterstützt. Das macht dieses Projekt erst möglich.“
Bürgermeister Insel Spiekeroog, Patrick Kösters: „Für eine Insel wie Spiekeroog ist eine leistungsfähige Glasfaseranbindung kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unseres Lebens- und Wirtschaftsstandortes. Mit der neuen Festlandsverbindung und dem Ausbau auf der Insel schaffen wir erstmals die Grundlage für eine dauerhaft stabile und leistungsfähige digitale Infrastruktur. Davon profitieren Einwohner, Betriebe und unsere Gäste gleichermaßen. Ich freue mich sehr, dass Bund und Land dieses für Inseln technisch anspruchsvolle Infrastrukturprojekt gemeinsam mit Landkreis und Gemeinde ermöglichen. Unser Dank gilt insbesondere auch dem Landkreis Wittmund, der dieses Vorhaben maßgeblich unterstützt!“
Eine Besonderheit des Projekts ist die erhöhte Förderquote des Landes Niedersachsen für das Seekabel. Aufgrund der technischen Anforderungen für die Verlegung eines Seekabels beteiligt sich das Land hier ausnahmsweise mit 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, während der übrige Ausbau mit dem regelmäßigen Fördersatz von 25 Prozent erfolgt. Seitens des Landes entsteht auf diese Weise ein Mischfördersatz von zusammen etwa 32,1 Prozent der anfallenden Kosten. Zusammen mit der Förderung des Bundes in Höhe von 50 Prozent werden damit insgesamt ca. 82 Prozent der Projektkosten getragen. Der kommunale Eigenanteil beträgt rund achtzehn Prozent.
Nach aktuellem Stand des Graue-Flecken-Programms sowie auf Grundlage der Ausbauankündigungen der Telekommunikationsunternehmen ist davon auszugehen, dass die Insel Spiekeroog nach Umsetzung der Maßnahme weitgehend mit gigabitfähiger Infrastruktur versorgt sein wird. Damit werden wichtige Voraussetzungen für eine langfristig stabile digitale Versorgung geschaffen. Zugleich stärkt der Ausbau die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensstandortes der Insel, insbesondere für den Tourismus als zentralen Wirtschaftsfaktor.
Hintergrund
Im Rahmen des bundesweiten und landesweiten Breitbandausbaus werden bislang unterversorgte Gebiete durch gezielte Förderprogramme mit leistungsfähiger Glasfaserinfrastruktur erschlossen. Ein zentraler Baustein ist die sogenannte Graue-Flecken-Förderung.
Als „graue Flecken“ gelten Adressen, an denen derzeit Übertragungsraten von mindestens 30 Mbit/s, jedoch weniger als 100 Mbit/s verfügbar sind und für die innerhalb der kommenden drei Jahre kein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen angekündigt wurde. Ziel der Förderung ist es, diese Anschlüsse auf ein gigabitfähiges Niveau zu bringen. Glasfasertechnologien gelten als besonders leistungsfähig und zukunftssicher, da sie sehr hohe und langfristig skalierbare Bandbreiten ermöglichen. Übergangstechnologien auf Kupferbasis werden im Rahmen der Förderung nicht mehr unterstützt.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen einer Kofinanzierung durch Bund, Land und Kommunen. Der Bund übernimmt im Rahmen der Gigabitförderung in der Regel 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Das Land Niedersachsen beteiligt sich normalerweise mit 25 Prozent, im vorliegenden Projekt aufgrund der besonderen Kosten für die Seekabelverlegung jedoch mit 40 Prozent und für die übrige Ausbauförderung mit 25 Prozent. Ziel dieses Finanzierungsmodells ist es, auch finanzschwächeren Kommunen die Umsetzung größerer Infrastrukturvorhaben zu ermöglichen.