Klimaschutzkonzept wird gemeinsam entwickelt! Mit guter Beteiligung im Landhof Tausendschön
Klauhörn. Die Gemeinde Apen hat am 20. Mai 2026 die in der Gemeinde ansässige Baumschul- und Landwirtschaft zu einem Klima-Workshop im Landhof Tausendschön der Familie Gertje in Klauhörn eingeladen. In diesem Workshop wurde die Betroffenheit der Eingeladenen im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung thematisiert.
Als Akteure, die stark von der Klimakrise betroffen sind und damit umgehen müssen, war es der Gemeinde ein Anliegen, die Ansichten und Praktiken der Baumschul- und Landwirtschaft anzuhören und Ideen und Vorschläge im Integrierten Klimaschutzkonzept zu berücksichtigen.
Die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Apen, Kassandra Legatzki, begrüßte alle Anwesenden und gab einen kurzen Einblick in den Aufbau des Konzeptes sowie den weiteren Prozess. Der spezifisch dafür eingekaufte Dienstleister EKP Energie.Klima.Plan. GmbH aus Osnabrück stellte die Ergebnisse der Treibhausgas- und Energiebilanzierung vor und moderierte durch den weiteren Abend.
Als Impulsgeber waren Wolfgang Freese vom 3N Kompetenzzentrum, ein Netzwerk mit Fokus auf nachwachsende Rohstoffe und einer biobasierten Wirtschaft, und Heinrich Beltz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingeladen.
Herr Freese berichtete über die Auswirkungen der Klimakrise auf Bodennutzung und Tierhaltung und mögliche Anpassungen hinsichtlich verändernder klimatischer Bedingungen (Beschattung, Vermeidung freiliegenden Bodens u.a.).
Für die Baumschulwirtschaft referierte Herr Beltz, der deutlich machte, dass Trockenstress, verändernde Sortimente als Anpassung auf Hitzeperioden und auch die Entwicklung der Torfreduzierung hin zu noch sehr teuren alternativen Substraten, die Herausforderungen für Baumschulen sind. Herr Beltz hob jedoch hervor, dass das Ammerland eines der innovativsten Gebiete Europas ist.
In der zweiten Hälfte des Workshops, der durch eine kleine Stärkung eingeläutet wurde, wurde in die Diskussionsrunde – den „offenen Dialog“- übergegangen, der von den eingeladenen Gastrednern unterstützt wurde, die ihre Expertise ebenfalls einbrachten. Die Teilnehmenden äußerten sich zum einen zu Hürden, Einschränkungen und Probleme im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung als auch über bereits durchgeführte Praktiken bzgl. einer klimaschonenden Bewirtschaftung. Deutlich wurde, dass die kommunale Ebene nur kleine Signale und kleine Maßnahmen geben und einleiten kann. Die große Weichenstellung muss von Land, Bund und der EU erfolgen.
Im Verlauf der Diskussion zeigte sich, dass die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle spielt und auch eine fehlende Wertschätzung bzgl. Maßnahmen, die für den Klimaschutz getätigt werden, wahrgenommen wird. Ebenso ist die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt ein Teil der Problematik sowie eine nicht einheitliche Gesetzgebung, spezifisch im EU-Raum.
Die gesammelten Ergebnisse des Dialogs wurden als letzter Programmpunkt durch EKP und die Klimaschutzmanagerin vorgestellt.
Probleme, Hürden, Zwänge
- Wirtschaftlichkeit: Förderungen fangen Mehrkosten nicht auf
- Internationale Wettbewerbsfähigkeit übt Druck aus
- Keine einheitlichen Regelungen, die europaweit gelten
- Wetterabhängigkeit beschränkt Planungssicherheit
- Elektrifizierung des Fuhrparks birgt hohe Kosten
- Hoher bürokratischer Aufwand bei Förderungen
Klimaschutz in der Praxis
- Eigene PV-Anlagen und Speicher
- Pflanzenschutz hilft bei Wassereinsparung und fördert
- Plattenkühler und Wärmespeicher
- Bodennahe Gülleausbringung (Schonung der Umwelt)
- Themenbehandlung in versch. Bildungsformaten: Ausbildung, Studium, LWK und Fachzeitschriften
Zum Abschluss wurde auch hier auf die Online-Ideenkarte hingewiesen. Dort haben alle Interessierten auch im Nachhinein die Möglichkeit, Ideen und Wünsche – auch über diesen Themenbereich hinaus – ortsgenau für die Gemeinde einzutragen. Die Ideenkarte wird während der fünfmonatigen Beteiligungsphase unter www.apen.de zur Verfügung stehen. So kann sich jeder aktiv an der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes beteiligen und eigene Anregungen einbringen.