Helene-Lange-Preis 2026: Auszeichnung für Oldenburger Wissenschaftlerin
Die Informatikerin Dr. Friederike Bruns ist mit dem Helene-Lange-Preis 2026 der EWE Stiftung ausgezeichnet worden. Die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung würdigt ihre Forschung zu sicheren und verlässlichen cyber-physischen Systemen – digitalen Steuerungen, die unmittelbar mit der realen Welt interagieren. Zwei weitere Wissenschaftlerinnen aus Niedersachsen und Bremen waren ebenfalls nominiert.
Oldenburg, 19. März 2026. Bei einer Festveranstaltung im EWE Forum Alte Fleiwa in Oldenburg überreichte Vera Weidemann, Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung, die Auszeichnung an die Wissenschaftlerin der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Der Helene-Lange-Preis wird von der EWE Stiftung, dem OFFIS – Institut für Informatik und der Stadt Oldenburg vergeben und würdigt herausragende Leistungen von Frauen in der Digitalisierungsforschung.
Friederike Bruns beschäftigt sich mit sogenannten cyber-physischen Systemen, die etwa in autonomen Robotern, automatisierten Produktionsanlagen, Energienetzen oder im Verkehr eingesetzt werden. Solche Systeme müssen auch in komplexen, vernetzten Umgebungen zuverlässig und innerhalb klar definierter Zeitgrenzen reagieren.
In ihrer Forschung entwickelt sie Methoden, mit denen sich Kommunikation und Reaktionszeiten in verteilten Systemen präzise modellieren, überprüfen und im laufenden Betrieb überwachen lassen. Damit trägt ihre Arbeit dazu bei, die Sicherheit und Verlässlichkeit moderner digitaler Infrastrukturen zu verbessern.
Preis macht Wissenschaftlerinnen sichtbar
Vera Weidemann betonte bei der Preisverleihung die gesellschaftliche Bedeutung der Auszeichnung:„Der Helene-Lange-Preis macht exzellente Wissenschaftlerinnen sichtbar und zeigt, wie wichtig ihre Forschungsbeiträge für die Gestaltung unserer technologischen Zukunft sind.“
Neben Friederike Bruns waren Sophie Grimme, ebenfalls von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, und Elisabeth Rohwer, Universität Bremen, für den Preis nominiert. Grimme erforscht, wie digitale Anwendungen im Bereich der Frauengesundheit mit sensiblen Daten umgehen und wie Nutzerinnen mehr Transparenz und Kontrolle über deren Verwendung erhalten können. Rohwer untersucht, wie Menschen den digitalen Wandel in Arbeit und Alltag selbstbestimmt gestalten können und welche Rolle dabei individuelle Einstellungen, Kompetenzen und Arbeitsstrukturen spielen.
Susanne Boll, Informatikprofessorin, Jurymitglied und Vorständin am Informatikinstitut OFFIS, betont: „Die Forschungsgebiete der Nominierten zeigen eindrucksvoll die Bandbreite der Digitalisierung: Sie reichen von der mathematischen Absicherung sicherheitskritischer Systeme über die Souveränität in der digitalen Frauengesundheit bis hin zur psychologischen Gestaltung eines digitalen Mindsets. Dies verdeutlicht, dass digitale Innovation heute zwingend interdisziplinär gedacht werden muss.“
„Wir freuen uns sehr, mit der EWE Stiftung seit vielen Jahren diesen wichtigen Impuls geben zu können: Für mehr Chancengerechtigkeit in wissenschaftlichen Karrieren, für interdisziplinären Austausch und für eine Digitalisierung, bei der der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht. Bildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der Helene-Lange-Preis ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir junge Frauen ermutigen, ihren Weg in der Wissenschaft konsequent weiterzugehen“, erläutert Dr. Stefanie Abke, geschäftsführende Vorständin der EWE Stiftung.
Interdisziplinäre Jury
Die Jury zum Helene-Lange-Preis ist interdisziplinär und ausschließlich weiblich besetzt. Ihr gehören neben Vera Weidemann, Susanne Boll und Wiebke Oncken (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg) auch Astrid Nieße (Universität Oldenburg), Petra Dekker (Unternehmerfrauen im Handwerk), Dr. Stefanie Abke (EWE Stiftung) sowie Ulla Bergen (EWE Stiftung) an.
Zwei Drittel des Preisgeldes sind für weiterführende Forschungsarbeiten der Preisträgerin vorgesehen.
Über die EWE Stiftung:
Die EWE Stiftung engagiert sich seit 2002 für eine lebenswerte und chancengerechte Zukunft im Nordwesten. Sie fördert jährlich rund 160 Projekte in den Bereichen Demokratie- und Sozialkompetenz, Kulturvermittlung sowie MINT- und Umweltbildung. Mit Auszeichnungen wie dem Klaus-von-Klitzing-Preis und dem Helene-Lange-Preis setzt sie Impulse für Bildung, Teilhabe und gesellschaftlichen Wandel. Mehr unter www.ewe-stiftung.de