14 Projekte im Final-Rennen um die NordWest Awards 2026
Jury benennt herausragende Projekte in den Kategorien: Sozialer Zusammenhalt, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Innovationskraft
Delmenhorst, 18. Mai 2026. Mit gut hundert eingereichten Bewerbungen war auch in diesem Jahr das Interesse an den NordWest Awards wieder groß. Unter der Schirmherrschaft von Bremens Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte und der Niedersächsischen Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, hat die Jury in vier Kategorien die ‚Besten im Nordwesten‘ für das feierliche Finale der NordWest Awards ausgewählt. Sie sind nun noch im Rennen um Preisgelder in Höhe von insgesamt 40.000 Euro. „Ich bin in diesem Jahr das erste Mal in der Jury dabei und war sehr beeindruckt von der Bandbreite an Ideen und Lösungen, die eingereicht wurden. Die Ansätze sind kreativ, durchdacht und praxisnah. Es handelt sich um Konzepte, die echte Wirkung entfalten können“, so Eduard Dubbers-Albrecht, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest. „Mit dem NordWest Award wollen wir gezielt die Menschen und Projekte würdigen, die unsere Region durch ihr Engagement näher zusammenrücken lassen – gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen“, bekräftigt Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen. „Die eingereichten Projektvorschläge zeigen eindrucksvoll, wie viele gute Ideen in der Metropolregion Nordwest stecken: kreativ, engagiert und die Perspektiven zukünftiger Generationen fest im Blick“, hebt Melanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, hervor.
Seit 2014 verleiht die Metropolregion Nordwest zweijährlich die NordWest Awards, um die Bedeutung regionaler Kooperationen sichtbar zu machen und um regionales Engagement zu würdigen. Dieser Idee haben sich seither verschiedene regionale Sponsoren angeschlossen, so dass in diesem Jahr Preise in vier Kategorien verliehen werden können.
Der mit 10.000 Euro dotierte GesundheitsAward wird inzwischen schon zum fünften Mal von der hkk Krankenkasse vergeben. „Beim GesundheitsAward rücken wir das Thema Prävention sowie den eigenen Umgang damit in den Mittelpunkt. Die drei nominierten Projekte beweisen, wie praxisnah Prävention gestaltet werden kann und wie sie Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen erreicht. Indem wir solche Ansätze sichtbar machen und stärken, setzen wir Impulse für ein langfristig gesundheitsbewusstes Verhalten in der gesamten Region“, betont Jessica Probst, Vorständin der hkk Krankenkasse.
Seit 2020 wird unter dem Dach der NordWest Awards der NachhaltigkeitsAward ausgeschrieben. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro sponsert die Nehlsen AG. „Nachhaltigkeit ist für den Nordwesten ein entscheidender Zukunftsfaktor, um wirtschaftliche Stärke, ökologische Verantwortung und Lebensqualität dauerhaft in Einklang zu bringen. Gerade hier braucht es kreative Ansätze, die Ressourcen schonen und zugleich neue Perspektiven eröffnen. Mit der Nominierung der vier Finalprojekte zeigen wir, wie aus innovativen Ideen und konkretem Handeln Lösungen entstehen, die die Region nachhaltig positiv prägen“, erklärt Lutz Siewek, Prokurist der Nehlsen AG.
Die EWE AG und die swb AG sponsern zum zweiten Mal den WeiterdenkerAward und würdigen Ideen, die durch einen hohen Innovationsgrad einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung und zum Wachstum unserer Region leisten. „Unser Anspruch war es, kluge Köpfe zu finden, die out-of-the-box denken und mit ihren Ideen neue Impulse setzen, um die Region auch in Zukunft nachhaltig voranzubringen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit den Nominierten haben wir drei hervorragende Beispiele dafür gefunden, wie Innovationskraft und Kreativität zusammenkommen und echten Mehrwert für den Nordwesten schaffen“, erläutert Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG.
Die Preisverleihung wird auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit einem Mitglied der Metropolregion Nordwest ausgerichtet: Kooperationspartner für die NordWest Awards 2026 ist der Landkreis Cloppenburg. „Wir freuen uns sehr, dass die feierliche Preisverleihung im August bei uns im Niedersächsischen Freilichtmuseum in Cloppenburg, stattfinden wird. Das Museumsdorf Cloppenburg bietet dafür einen schönen Rahmen. Es ist das älteste wissenschaftlich geführte Freilichtmuseum Deutschlands und das besucherstärkste Museum Niedersachsens. Ein gute Adresse für die Metropolregion Nordwest, die voller Tatendrang und Kreativität steckt. Die NordWest Awards geben diesem Potenzial eine Bühne und würdigen die vielen Menschen, die sich täglich mit großem Einsatz für unsere Region im Nordwesten engagieren“, so Johann Wimberg, Landrat des Landkreises Cloppenburg.
Nominierte für den NordWest Award 2026 (in alphabetischer Reihenfolge der Projektbezeichnung):
DemokratieVisionen
Im Oldenburger Projekt DemokratieVisionen engagieren sich zwanzig junge Ehren-amtliche und drei Medienpädagog*innen und zeigen, dass Demokratie mehr ist als ein Schlagwort – sie lebt von unseren unterschiedlichen Perspektiven und funktioniert nur durch Mitmachen. Das Projekt möchte Menschen jeden Alters dazu bewegen, sich kreativ mit dem Thema Demokratie auseinanderzusetzen: Ob Bilder, Fotos, Songs oder digitale Kunstwerke – alles ist erlaubt und wird in einer eigenständig or-ganisierten Ausstellung gezeigt. Ein erstes Ergebnis war bereits 2025 im Oldenburger Computermuseum zu sehen und bot ein buntes Spektrum an Sichtweisen mit viel Platz für Austausch, Vielfalt und Ideen zur Stärkung der Demokratie. Menschen aller Altersgruppen – von Grundschüler*innen bis ins Rentenalter – und mit unterschiedli-chen kulturellen Hintergründen waren vertreten. Zum Rahmenprogramm gehörten auch gemeinsame Workshops, Social-Media-Kampagnen und ein Podcast, in denen Medienkompetenz, Teilhabe und Demokratieförderung zusammengebracht werden. DemokratieVisionen ist für die Organisator*innen ein Herzensprojekt, da Hass, Hetze und Ausgrenzung jede*n treffen kann und auch sie selbst Diskriminierungserfahrun-gen machen mussten. Angesichts tiefgreifender Transformationsprozesse – Digitali-sierung, gesellschaftliche Polarisierung, Vertrauensverlust in Politik – leistet das Pro-jekt einen konkreten Beitrag zur Resilienz der Region, indem es demokratische Wer-te ins Bewusstsein ruft – kreativ, mit schönen und besonderen Ergebnissen und ech-ter Freude am Dialog.
Institution(en): Verband zur Förderung von Medienkompetenz und Digitalprävention e. V.
Ort: Stadt Oldenburg
FutureNow! Metropolregion Nordwest
Das Bremer Projekt FutureNow! Metropolregion Nordwest bietet innovative und nie-derschwellige Mitmachformate rund um die Themen Klimakrise und -schutz und wur-de gemeinsam vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und dem Institut für angewandte Medienforschung (M2C) entwickelt. Frei nach dem Motto: Raus aus der Wissenschaft, direkt zu den Bürger*innen, in die Schule sowie in alle interessierten Unternehmen in Niedersachsen und Bremen. Dabei werden die Hintergründe und Folgen des Klimawandels kreativ vermittelt sowie Perspektiven und eigene Gestaltungsmöglichkeiten für eine wünschenswerte Zukunft skizziert. Fu-tureNow! nutzt öffentliche Erlebnisräume in Innenstädten und Mitmachstationen auf Events sowie Workshops in Firmen oder Schulaktionen. Die verschiedenen Zielgrup-pen werden spielerisch Klima-fit gemacht und bekommen praktische Hinweise, wie sie ihre neuerlernten Skills für Bildung, Beruf, Ausbildung oder auch im privaten Um-feld nutzen können. Dafür kommen auch bewährte Digital-Methoden der Digital Im-pact Labs Bremen zum Einsatz. Insgesamt wurden in der bisher knapp dreijährigen Laufzeit über hundert Maßnahmen durchgeführt und mehr als 15.000 Personen er-reicht. Das Projekt baut so eine zukunftsweisende Brücke zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Alltagspraxis, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt gestärkt und soziales Engagement initiiert.
Institution(en) :Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Institut für angewandte Medienforschung an der Hochschule Bremen (M2C)
Ort: Stadtgemeinde Bremen und Bremerhaven
STARK! von der Schule ins berufliche Leben
Der Verein pfiffikus aus dem Landkreis Cloppenburg hat mit dem Projekt STARK! ein praxisnahes Konzept für junge Menschen entwickelt, das Berufsorientierung, Persönlichkeitsentwicklung und regionale Vernetzung verbindet und so einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Metropolregion Nordwest leistet. Gerade in ländlich geprägten Regionen ist die Gefahr des Brain Drain groß: Unternehmen stehen vor der Herausforderung, junge Menschen in der Region zu halten beziehungsweise qualifizierte Talente für sich zu gewinnen. Gleichzeitig fehlt vielen Jugendlichen eine klare Orientierung im Übergang von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf. STARK! setzt daher frühzeitig und langfristig an und begleitet Schüler*innen ab 13 Jahren. Im Mittelpunkt stehen die Reflexion eigener Stärken, die Entwicklung von Selbstvertrauen sowie praxisnahe Einblicke in regionale Branchen und Ausbildungswege. Die Umsetzung erfolgt in enger Kooperation mit Schulen, Kommunen und Unternehmen an mehreren Bildungscampus-Standorten in den Landkreisen Cloppenburg, Osnabrück und Vechta. Diese fungieren als Schnittstellen zwischen Schule und Wirtschaft. Unternehmen bringen sich als Praxispartner ein und ermöglichen direkte Begegnungen mit der Arbeitswelt. Dadurch entstehen frühzeitig Kontakte zwischen Jugendlichen und regionalen Betrieben sowie realistische Einblicke in berufliche Perspektiven der Region.
Institution(en): pfiffikus.e. V.
Ort: Landkreis Cloppenburg
WERK.
Das WERK. in Bremerhaven ist ein wachsender Zukunftsort für sozialen Zusammenhalt, gemeinschaftliches Lernen und sozial-ökologische Innovation. In einem fünfstöckigen Haus von 1905 entsteht ein Praxisforschungszentrum, in dem Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe gemeinsam neue Formen des Zusammenlebens, Arbeitens und Wirtschaftens erproben. Im Erdgeschoss lädt eine Bio-Bäckerei als offener Begegnungsort ein. In den Obergeschossen gibt es die Zircula Labs (Offene Werkstätten) und weitere Bildungsangebote, Dialogformate, kulturelle Veranstaltungen und monatliche Treffen. Das ganze Haus funktioniert als Resonanzraum, in dem Selbstwirksamkeit konkret erfahrbar wird – Menschen reparieren gemeinsam Elektrogeräte, teilen Werkzeuge, entwickeln zirkuläre Lösungen, retten Äpfel und pressen gemeinsam Apfelsaft oder diskutieren nach Filmabenden über gesellschaftliche Zukunftsfragen. Zusätzlich bietet das WERK. über den Verein Zircula e.V. eine Plattform zur Baustoffvermittlung an. Es ist ein Real-Labor für eine Wirtschafts- und Lebensweise, die nicht primär auf Wachstum und Gewinn ausgerichtet ist, sondern auf Kooperation, Suffizienz und gemeinschaftliche Selbstorganisation. Es setzt auf „Wirkungsrendite“ – Investitionen in Vertrauen, Resilienz, ökologische Regeneration und demokratische Teilhabe. Diese Ansätze sind modellhaft und inspirierend für Bremerhaven und die Region.
Institution(en): Hausverein WERK e. V.
Ort: Stadtgemeinde Bremerhaven
Nominierte für den GesundheitsAward 2026 (in alphabetischer Reihenfolge der Projektbezeichnung):
BeBe Robot – Das Zukunftsspiel
„BeBe Robot – Das Zukunftsspiel“ ist ein wissenschaftlich fundiertes Mixed-Media-Planspiel zur Zukunft der Pflege im Kontext von Robotik und Künstlicher Intelligenz. Vertreter*innen aus Pflegepraxis, Politik, Ausbildung, Wissenschaft und IT schlüpfen in Rollen des Jahres 2050 und bearbeiten realitätsnahe Zukunftsszenarien. Analoge Elemente wie ein illustrativer Stadtplan werden mit Videosequenzen, QR-gestützten Frageformaten und einer digitalen Erhebungslogik kombiniert. Dabei werden die Einschätzungen und Bewertungen der bis zu 20 Teilnehmenden anonymisiert erfasst und nach jedem Spieldurchlauf auf einer Onlineplattform gebündelt, visualisiert und vergleichbar ausgewertet. Mit steigender Anzahl an Anwendungen wächst ein belastbarer Datenpool zu Einstellungen, Konfliktfeldern und Innovationspotenzialen im Pflegesystem. So entstehen evidenzbasierte Handlungsempfehlungen. Der große Vorteil des Zukunftsspiel ist es, dass es auf direkten Dialog mit Akteur*innen aus der Pflegepraxis setzt. Die Daten sind wissenschaftlich anschlussfähig und zugleich praktisch nutzbar. So lassen sich konkrete Schlussfolgerungen für Zukunftsentwicklungen sowie Optimierungsansätze im Gesundheits- und Pflegebereich ableiten. „BeBe Robot“ verbindet Forschung, Dialog und Datenauswertung zu einem skalierbaren Framework für gesundheitsbezogene Systeminnovation. Initiiert wurde das Projekt von der Bremer Medienagentur vomhoerensehen in Kooperation mit den Pflegewissenschaften der Universität Osnabrück.
Institution(en): vomhoerensehen GbR
Ort: Stadtgemeinde Bremen
Gut begleitet von Anfang an
Die oft lange Anfangsphase einer Geburt (Latenzphase) wird bislang nur wenig strukturiert begleitet. Gleichzeitig ist sie für viele Schwangere besonders herausfordernd, da erste Wehen einsetzen, der Geburtsverlauf aber noch schwer einschätzbar ist und oft Unsicherheit entsteht. Das Projekt bietet eine praxisnahe Fortbildung für geburtshilfliche Teams zur besseren Begleitung der Latenzphase. Denn viele Schwangere suchen bereits in dieser frühen Geburtsphase Unterstützung im Krankenhaus, fühlen sich dort jedoch häufig unsicher, unzureichend betreut oder werden wieder nach Hause geschickt. Aus einer Doktorarbeit an der Jade Hochschule entstand mit dem sogenannten „Geesthachter Geburtszirkel“ ein Praxis-Konzept, das Frauen während der Latenzphase aktiv unterstützt – mit niedrigschwelligen Übungen zu Bewegung, Atmung und Entspannung. Die Rückmeldungen der Frauen und Geburtspartner*innen zeigen eine hohe Akzeptanz und mehr Selbstständigkeit für die Geburt. Dieses Praxis-Konzept wird nun zu einem Fortbildungsangebot für Geburtshelfer*innen weiterentwickelt. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, passgenaue, standortspezifische Konzepte zu entwickeln – abgestimmt auf Personal, Räumlichkeiten und regionale Versorgungsbedingungen in der Metropolregion Nordwest, um Schwangere zu stärken, Fachpersonal zu entlasten und langfristig zu einer bedarfsgerechteren Geburtshilfe beizutragen.
Institution(en): Jade Hochschule
Ort: Stadt Oldenburg
#NOTALONE
Mentale Gesundheit ist gesellschaftlich noch immer stigmatisiert und bekommt eine zu geringe öffentliche Aufmerksamkeit. Viele Menschen sprechen nicht offen über ihre psychische oder seelische Belastung, weil der Mut zur Selbstreflexion fehlt oder Scham, Unsicherheit und gesellschaftliche Vorurteile es schwer machen. Das Bremer Projekt #NOTALONE will mit Kampagnen im öffentlichen Raum Statements und Impulse setzen, um mentale Gesundheit als selbstverständlichen Teil unserer gesellschaftlichen Realität sichtbar zu machen und zu enttabuisieren. Damit soll Verständnis, Verbundenheit und Hoffnung gefördert werden und zu einem offeneren Umgang mit den eigenen Gefühlen ermutigt werden – auch wenn diese bisweilen herausfordernd sein können. Langfristig verfolgt #NOTALONE neben der Platzierung des Themas in der Öffentlichkeit auch eine gezielte Nachhaltigkeitsstrategie, um die aktive Auseinandersetzung mit der Thematik weiter zu verfestigen. Dazu gehört die Umsetzung einer interaktiven digitalen Plattform, bei der Nutzer*innen entsprechend ihrer mentalen Bedürfnisse sowohl lokale Anlaufstellen als auch präventive Hilfs- und Mitmachaktionen finden können.
Aktueller Hinweis: Anfang April 2026 wurde #NOTALONE und die Entwicklung der Plattform aus finanziellen Gründen vorerst auf unbestimmte Zeit pausiert, woraufhin sich das Team einvernehmlich auflöste. Aus der Motivation heraus, sich in dem Themenbereich mentale Gesundheit weiter zu engagieren wurde von den zwei ehemaligen Team-Mitgliedern Jean-Paul und Till „unpretend“ in Bremen ins Leben gerufen – das Projekt möchte über niedrigschwellige Mitmachaktionen und weitere geplante Formate mit Menschen über das Thema mentale Gesundheit auf Augenhöhe ins Gespräch kommen, informieren und Austauschmöglichkeiten bieten.
Institution(en): Initiative #NOTALONE
Ort: Stadtgemeinde Bremen
Nominierte für den NachhaltigkeitsAward 2026 (in alphabetischer Reihenfolge der Projektbezeichnung):
Brennstoffzellen-Stromgenerator
Die Firma Zeppelin Power Systems aus Achim hatein besonders robustes, mobiles Stromerzeugungsaggregat auf Basis eines PEM-Brennstoffzellen-Hybridsystems entwickelt und adressiert damit eine Lücke in der Energiewende: die flexible und emissionsfreie Stromversorgung für temporäre Einsatzorte wie Baustellen, Events oder Notstromanwendungen. Ziel des Projektes ist es, einen klimaneutralen Ersatz für konventionelle, dieselbetriebene Stromaggregate zu schaffen. Denn Dieselaggregate machen nicht nur Lärm, sie emittieren im Betrieb auch Schadstoffe und Feinstaub. Mit dem Einsatz eines Aggregats auf Wasserstoffbasis hingegen werden alle diese Emissionen im laufenden Betrieb vermieden – vorausgesetzt, der Wasserstoff stammt aus erneuerbaren Quellen. In das Stromaggregat von Zeppelin Power Systems ist außerdem ein Lithium-Ionen Hochvolt Speicher integriert. Dieser sorgt dafür, dass die Brennstoffzelle besonders gleichmäßig und effizient arbeitet. Das erhöht die Lebensdauer des Systems und reduziert den Wasserstoffverbrauch. Das System arbeitet somit deutlich effizienter als herkömmliche Dieselgeneratoren – und dies sowohl bei voller Leistung als auch im Teillastbetrieb. Dieselgeneratoren verlieren dagegen besonders bei niedriger Auslastung an Effizienz. Perspektivisch ermöglicht die Hybridarchitektur des Systems auch eine Einbindung regenerativer Quellen, zum Beispiel durch die Kombination mit mobilen Solarmodulen.
Institution(en): Zeppelin Power Systems GmbH
Ort: Landkreis Verden
HY.City.Bremerhaven – Privatwirtschaftliches Wasserstoffökosystem für die Mobilität
Mit HY.City.Bremerhaven realisiert das Seniorstartup Green Fuels ein vollständiges regionales Wasserstoff-Ökosystem – von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur öffentlichen Betankung. Lokal erzeugter Windstrom wird direkt vor Ort mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt und über ein modulares Wechseltrailersystem flexibel bereitgestellt. Eine öffentliche Twin Wasserstofftankstelle macht den klimafreundlichen Energieträger für Autos, Lastwagen und Busse im Alltag nutzbar. Das Projekt ist privatwirtschaftlich initiiert und zeigt, wie die Energiewende durch umsetzungsstarke Unternehmer in der Metropolregion Nordwest konkret umgesetzt werden kann. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Dekarbonisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Bremerhaven durch die Versorgung wasserstoffbetriebener Busse – verbunden mit messbaren Umwelt- und Gesundheitsvorteilen. Gleichzeitig wird eine Infrastruktur geschaffen, die perspektivisch weitere regionale Anwendungen ermöglicht, zum Beispiel in der Logistik, der Industrieversorgung sowie mittelfristig für weitere kommunale Flotten und Standorte. HY.City.Bremerhaven steht damit für eine skalierbare, wirtschaftlich tragfähige Blaupause, um erneuerbare Energie in klimafreundliche Mobilität und regionale Wertschöpfung zu überführen.
Institution(en): Green Fuels GmbH
Ort: Stadtgemeinde Bremerhaven
Licht aus Algen
Mikroalgen sind wahre Überlebenskünstler. Sie kommen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor – vom tiefen Ozean bis zu heißen Quellen – und haben im Laufe der Evolution erstaunliche Anpassungsfähigkeiten entwickelt. Um dort bestehen zu können, produzieren sie eine Vielzahl besonderer Inhaltsstoffe, die heute zunehmend das Interesse von Forschung und Industrie wecken. Besonders faszinierend – und bisher nur wenig erforscht – sind einige Mikroalgenarten aus der Familie der Dinoflagellaten. Sie können nicht nur durch Photosynthese Energie erzeugen, sondern gleichzeitig auch Biolumineszenz – also biologisches Licht. Tagsüber nutzen die Mikroalgen Sonnenlicht, um durch Photosynthese Energie zu gewinnen. Sobald es dunkel wird, tritt eine besondere Fähigkeit einiger Arten in Aktion: Mithilfe natürlicher Sensoren lösen sie eine biolumineszente Reaktion aus und beginnen zu leuchten. So entsteht eine nachhaltige Form von Licht, die ganz ohne Anschluss an das Stromnetz auskommt. In einem Pilotprojekt untersuchen die Forschenden der Hochschule Bremerhaven, wie sich diese leuchtenden Mikroalgen künftig wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen lassen und arbeiten an einem Prototyp einer algenbasierten Leuchte für den öffentlichen Raum.
Institution(en): Institut EcoMaterials, Hochschule Bremerhaven
Ort: Stadtgemeinde Bremerhaven
Mobile Lernwerkstatt der Jade Hochschule
Die Mobile Lernwerkstatt der Jade Hochschule ist ein innovatives Bildungs- und Demonstrationsprojekt für das nachhaltige Bauen und die Kreislaufwirtschaft in der Metropolregion Nordwest. Entstanden im internationalen Erasmus+-Programm „Green Little Circle“, verbindet sie Lehre, Forschung und Praxis in einem mobilen, modularen Bauwerk, das Wissen dorthin bringt, wo Transformation stattfindet: in Städte, Kommunen, Bildungseinrichtungen und in den öffentlichen Raum. Das Projekt wurde interdisziplinär von Studierenden der Jade Hochschule, der FH Salzburg und Karelia Hochschule (Finnland) entwickelt und umgesetzt. Der Fokus lag konsequent auf der Entwicklung von ressourcenschonenden Konstruktionen, der Wiederverwendung von Materialien, lösbaren Verbindungen und der Sichtbarmachung von Stoffkreisläufen. Die Mobile Lernwerkstatt fungiert als reisender Lern- und Diskussionsort. Sie macht nachhaltige Bauweisen anschaulich, fördert den Dialog zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft und unterstützt den Wissenstransfer in die Region. Durch ihren modularen Aufbau ist sie flexibel einsetzbar und langfristig anpassbar. Als greifbares Beispiel für zukunftsfähiges Bauen zeigt das Projekt, wie nachhaltige Innovation, internationale Zusammenarbeit und regionale Verantwortung erfolgreich zusammenwirken – und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Transformation der Bau- und Bildungslandschaft in der Metropolregion Nordwest.
Institution(en): Jade Hochschule Oldenburg, Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie
Ort: Stadt Oldenburg
Nominierte für den WeiterdenkerAward 2026 (in alphabetischer Reihenfolge der Projektbezeichnung):
Drone Days
Die Drone Days sind das jährlich stattfindende Branchenevent für Drohnentechnologie und Advanced Air Mobility. In der Metropolregion Nordwest, an den Standorten Bremen Airport (Bremenhalle) und Flugplatz Oldenburg-Hatten, treffen sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, um aktuelle Entwicklungen zu unbemannten Luftfahrtsystemen zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Luftfahrt zu entwickeln. Die dreitägige Veranstaltung richtet sich an ein Fachpublikum und verbindet Konferenz, Ausstellung, Ausstellervorträge, Panels, Start-up-Pitches und Flugdemonstrationen. Ein zentrales Ziel der Drone Days ist es, durch gezielten Wissenstransfer, praktische Anwendungsbeispiele und Netzwerke Innovationen im unbemannten und automatisierten Luftverkehr zu fördern. Im Fokus stehen dabei insbesondere industrielle und behördliche Anwendungen – etwa in Logistik und Infrastruktur, im Umwelt- und Katastrophenschutz, beim Schutz kritischer Infrastrukturen sowie in der Entwicklung moderner Mobilitätslösungen. Die Drone Days bieten Start-ups, etablierten Unternehmen und Wissenschaftler*innen eine Plattform, um Technologien, Produkte und Dienstleistungen sichtbar zu machen, Marktzugänge zu diskutieren und neue Kooperationen anzustoßen. Mit ihrer Strahlkraft tragen die Drone Days dazu bei, die Metropolregion Nordwest als leistungsfähigen und zukunftsorientierten Standort der Luft- und Raumfahrt weiter zu profilieren.
Institution(en): b.r.m. IT & Aerospace GmbH
Ort: Stadtgemeinde Bremen und Gemeinde Hatten
H2-O2-Pionierkraftwerk
Das Wilhelmshavener Projekt H2-O2-Pionierkraftwerk entwickelt eine neue Generation klimafreundlicher Kraftwerke. Im Mittelpunkt steht ein innovatives Verfahren, bei dem Wasserstoff besonders sauber mit reinem Sauerstoff verbrannt wird. Anders als bei konventionellen Erdgaskraftwerken entstehen dabei weder Kohlendioxid noch andere klimaschädliche Gase. Ein weiterer Vorteil: Da die Verbrennung ohne Luft stattfindet, entstehen auch keine gesundheitsschädlichen Stickoxide. Das Besondere an der neuen Technologie ist ihre einfache Bauweise. Bisherige Systeme zur Wasserstoff-Sauerstoff-Verbrennung benötigten eine aufwendige Dampfkühlung, um die extrem hohen Temperaturen kontrollieren zu können. In diesem, an der Jade Hochschule entwickelten, neuen Verfahren wird stattdessen Wasser direkt eingespritzt, das beim Verdampfen den Prozess auf natürliche Weise kühlt. Dadurch wird das System kompakter, weniger komplex und leichter für verschiedene Anwendungen nutzbar. Langfristig soll im Rahmen des Projekts ein erster Kraftwerksprototyp im kleinen Maßstab entstehen. Geplant sind Anlagen mit einer Leistung im einstelligen Megawattbereich – ein wichtiger Schritt hin zu emissionsfreien Kraftwerken der Zukunft.
Institution(en): Institut für nachhaltige Energieversorgung – Jade Hochschule
Ort: Stadt Wilhelmshaven
ZIM Innovationsnetzwerk dronesky.digital
Das ZIM-Innovationsnetzwerk „dronesky.digital“ ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes, internationales Kooperationsnetzwerk, das die Zukunft des autonomen Luftverkehrs aktiv gestaltet. Kern des Vorhabens ist die strategische Partnerschaft zwischen deutschen und niederländischen kleinen und mittleren Unternehmen sowie führenden Forschungseinrichtungen beider Länder. Gemeinsam werden mittelstandstaugliche, hochinnovative Technologien und Dienstleistungen für den sicheren und effizienten Betrieb von Drohnen im neuen europäischen Luftraum, dem sogenannten „U-Space“, entwickelt. Diese gezielte deutsch-niederländische Zusammenarbeit bündelt komplementäre Stärken: deutsche Ingenieurskunst und Qualitätsfertigung treffen auf niederländische Agilität, Digitalisierungskompetenz und internationale Marktorientierung. Das Netzwerk schafft so eine einzigartige Plattform für technologische Durchbrüche und die Entwicklung marktfähiger Produkte für den grenzüberschreitenden EU-Markt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nachhaltigkeit, indem umweltfreundliche Drohnenanwendungen gefördert werden, die CO2-Emissionen reduzieren und Ressourcen schonen. dronesky.digital stärkt somit gezielt den Mittelstand und positioniert die beteiligten Partner*innen als Technologieführer in einem globalen Zukunftsmarkt.
Institution(en): embeteco GmbH & Co. KG
Ort: Landkreis Ammerland